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Familienurlaube sind nun wichtiger denn je

Übernachtungen in Familienbildungsstätte Ebernburg sind in Pandemie eingebrochen – Bund und Land fördern Freizeiten

Bad Münster-Ebernburg. „Großer Bahnhof“ herrschte am Montag auf der Ebernburg, denn Bundes- und Landespolitiker aus verschiedenen Fraktionen schauten in den Betrieb der Familienbildungsstätte des Ebernburg-Vereins hinein. Was aber vielleicht noch wichtiger war, war der Besuch von Referatsleiterin Vera Schmidt vom Familien- und Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz und von Katja Mast, der Vorsitzenden der Evangelischen Familienerholung und stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion.

Zwar brachten sowohl Mast als auch Schmidt keine Geldbeutel mit auf die Ebernburg, doch aus Sicht von Iris Kessel, der Geschäftsführerin der Familienfreizeitstätte Ebernburg, war der Besuch wichtig, weil sie darauf setzt, dass die Ebernburg als Familienferienstätte dadurch stärker wahrgenommen wird. Kessel hofft, dass Schmidt dann auch häufiger den Weg von Mainz auf die Ebernburg findet. Das scheint gut möglich, denn Schmidt zeigte sich sehr interessiert an den Möglichkeiten, die die Familienferienstätte bietet.

Für ihren Besuch hatten sich Schmidt und Mast einen günstigen Tag ausgewählt. Denn am Montag war eine Kinderfreizeit auf der Burg, und Chnutz vom Hopfen reiste mit den Kindern weit zurück ins Mittelalter. Da wurden mittelalterliche Tänze einstudiert oder auch nach einem möglichen Geheimgang geforscht. Das Ganze kostet natürlich Geld, und so waren Kessel und Pfarrer Gerd Kiefer, Vorsitzender des Ebernburg-Vereins, froh, auch einmal die finanzielle Situation ansprechen zu können.

„Wobei der Wirtschaftsbetrieb vor Corona unsere Kosten gedeckt hat“, informierte Kessel. Das sieht natürlich seither anders aus. Denn zählte die Ebernburg vor der Pandemie bis zu 14 000 Übernachtungen, brach diese Zahl seither dramatisch ein. Mittlerweile laufen die Übernachtungen wieder an. Aktuell liegt man bei 6800 Buchungen für das laufende Jahr. Für das kommende Jahr wurden bisher schon 7500 Übernachtungen gebucht. Ulrike Gebelein von der Diakonie Deutschland unterstrich, dass Ferienfreizeiten in Familienferienstätten mehr als Familienurlaube sind. Sie ist froh, dass Familien hier die Möglichkeit haben, den Druck, der während der Pandemie auch in den Familien entstanden ist, abzubauen. Denn Familien, die während der Pandemie ständig gemeinsam in der Wohnung zusammenhockten, seien jetzt auch einmal froh wenn Eltern und Kinder etwas getrennt voneinander unternehmen könnten.

Mast erinnerte daran, dass der Bund ein weiteres Programm aufgelegt hat, dass unter anderem auch Familienfreizeiten fördert. „Rheinland-Pfalz ist ein tatkräftiges Land, wenn es darum geht, Familienferienfreizeiten zu unterstützen“, erklärte Mast. Den Ball nahm Schmidt gern auf, die in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass bei der Familienfreizeit für Menschen mit geringerem Einkommen auch Lotto Rheinland-Pfalz mit im Boot sitzt, damit Menschen sich solche Urlaube leisten können. „Es gibt Familien, die waren so lange nicht in Urlaub, die besitzen nicht einmal einen Koffer“, wusste Schmidt.

Froh ist sie, dass auch die Deutsche Bahn Partner dieses Angebotes ist. Die Bahn übernimmt nämlich die Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt. So toll Ferien für Familien auf einer Burg auch sind. Für den Ebernburg-Verein ist die Burg mit ihren 122 Betten und 70 Zimmern durchaus auch eine Last. Denn die Mauern bröckeln ständig. Die teure Erhaltung der Anlage ist daher auch nicht durch die Einnahmen aus dem eigentlichen Wirtschaftsbetrieb zu decken. „Wir werden hier auch künftig die Unterstützung von Land und Bund brauchen“, sagte Kessel.

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