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Bei Bauarbeiten an der Halsgrabenbrücke der Ebernburg sind die Mitarbeiter der Baufirma auf Fundamentreste innerhalb der Brückenschale gestoßen.

Bauarbeiter stoßen auf Mauerreste

Bei Bauarbeiten an der Halsgrabenbrücke der Ebernburg sind die Mitarbeiter der Baufirma auf Fundamentreste innerhalb der Brückenschale gestoßen. Mittelalterarchäologe Stefan Köhl, der mit der Bauforschung an der Burg und in diesem Abschnitt beschäftigt ist, identifizierte den Mauerrest als möglichen Stumpf eines der Brückenpfeiler, die bis zur Zerstörung der Burg 1698 die Holzbrücke über den Graben trugen.

Bei Bauarbeiten an der Halsgrabenbrücke der Ebernburg sind die Mitarbeiter der Baufirma auf Fundamentreste innerhalb der Brückenschale gestoßen. Mittelalterarchäologe Stefan Köhl, der mit der Bauforschung an der Burg und in diesem Abschnitt beschäftigt ist, identifizierte den Mauerrest als möglichen Stumpf eines der Brückenpfeiler, die bis zur Zerstörung der Burg 1698 die Holzbrücke über den Graben trugen.

Köhl vermutet, dass der Mauerrest aus der Zeit des Franz von Sickingen oder aus der Zeit des Wiederaufbaus der Burg unter seinen Söhnen stammt. Das erkenne man am Kalkmörtel. Zum Vergleich zeigt er auf andere Bauabschnitte, die mit Mörtel mit gelbem Sand aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert wurden oder auf einen Abschnitt in den Mörtel eingespritzt wurde. „Der stammt aus den 1980er-Jahren und war das Schlimmste, was man machen konnte“, erklärt der Archäologe.

Für ihn, der von der Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer des Landes mit der Bauforschung der Ebernburg beauftragt wurde, ist der Fund ein weiterer Mosaikstein im Gesamtgefüge der Burg. Die Feste ist in ihrem letzten Ausbauzustand sehr gut dokumentiert, und dass die vorhandenen Pläne stimmen, zeigt der erneute Mauerfund. Damit von dem Fund nichts zerstört wird, müssen die Bauarbeiter mit Hacke und Schaufel arbeiten. Keine leichte Arbeit bei über 35 Grad im Schatten – wobei es Schatten auf der Baustelle kaum gibt.

Ursprünglich war der Halsgraben acht Meter tief. Heute liegen drei Meter Schutt im Graben. Aber nicht nur Historiker Köhl ist an dem Mauerstumpf interessiert. Auch für die Ingenieure, die für die Brückensanierung verantwortlich sind, kann der Mauerstumpf wichtig sein. Denn wenn es sich tatsächlich um einen der Pfeiler der ehemaligen Brücke handelt, gehen die Ingenieure ebenso wie Köhl davon aus, dass dieser Pfeiler auf Fels gründet. Das wäre wichtig, denn er könnte dazu dienen, die künftige Stahlbetonplatte zu tragen, über die auch schwere Fahrzeuge wie Feuerwehr und Lieferanten-Lkw in die Burg rollen sollen. Schließlich soll sich die neue Fahrbahn nach Abschluss der Baumaßnahme nicht gleich wieder absenken. Die eigentliche Brückenschale der Rundbogenbrücke aus dem Jahr 1840 wird nach Abschluss der Baumaßnahme ihr Gesicht behalten. Damit bleibt das Bild des Eingangsbereichs zur Burg gewahrt.

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