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Ebernburger Tischgespräche 2016

Manager Andreas Barner: Teilen ist Gebot der Stunde

EKHN/RahnBarnerAndreas Barner auf der Ebernburg 2016

Sie gehörten im Hause Martin Luthers zum guten Ton: zünftige Tischgespräche. Seit drei Jahren haben die evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz diese Tradition wieder aufleben lassen und bitten prominente Redner auf der Ebernburg zu Tisch: diesmal den Pharma-Manager Andreas Barner. Ihm ging es zwischen den servierten Gängen ausgerechnet ums Teilen.

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Tischgespräche - hier noch im Stehen mit: (v.l.).: Robbers, Barner, Jung, Schad, Rekowski. Ebernburger Tischgespräche 2016 Andreas Barner auf der Ebernburg 2016 Duo Camillo auf der Ebernburg

Ebernburg/Bad Münster, 15. Juni 2016. In der Familie Martin Luthers gehörte es einst zum guten protestantischen Ton, bei gutem Essen und reichlich Getränken eine zünftige Debatte vom Zaun zu brechen. Diese Tradition der Tischreden haben die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche im Rheinland gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz neu aufleben lassen. Seit drei Jahren laden sie prominente Gäste auf die Evangelische Familienbildungsstätte Ebernburg an der Nahe ein – zu gutem Essen und einer guten Diskussion.

Zeit der hohen Wirtschaftszuwächse ist vorbei

Am Dienstagabend (14. Juni) war der Vorsitzende der Unternehmensleitung des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim nun auf der Ebernburg zu Gast. Sein Thema: „Reformation und Wirtschaft“. Barner warnte in seinem Beitrag vor einer Gesellschaft, die weiter unverdrossen auf Wirtschaftswachstum setzt. Selbst die Null-Zins-Politik etwa der Europäischen Zentralbank sorge für keine Impulse in der Wirtschaft mehr. Hinzu komme eine neue Generation von Jüngeren, die ihr Heil nicht mehr im persönlichen Zuwachs an Reichtum sehe. „Wir müssen uns von einer Gesellschaft mit hohen Zuwächsen zu einer Gesellschaft, die teilen lernt, entwickeln“, so Barner. 

Unternehmerischer Erfolg muss geteilt werden

Auch die Unternehmen sieht der Manager in der Pflicht. Sie müssten das „Teilen des Erfolges“ mitberücksichtigen. Nur so sei eine Firma auf lange Sicht erfolgreich. Barners Credo lautet: Ökonomische Werte müssen „hartnäckig am Lebenszusammenhang der Menschen orientiert werden“. Damit widersprach er der neuzeitlichen Wirtschaftstheorie, nach denen Menschen nur an ihrem „maximalen Eigeninteresse“ interessiert seien, was dann wiederum die Wirtschaft antreibe. Nach Ansicht Barners hat Egoismus in Wirtschaftszusammenhängen ausgedient und langfristig keine Chance.

Reformation setzte auch ökonomische Impulse

Dabei könnten auch Impulse aus der christlichen Tradition zu einer Neuorientierung der Ökonomie beitragen, erklärte Barner. So habe beispielsweise der Reformator Martin Luther zwar mit der Förderung des Individualismus und seiner Hochschätzung der beruflichen Arbeit wichtige Impulse für ein neues Verständnis von Wirtschaftszusammenhängen gegeben. Gleichzeitig habe er aber auch dafür plädiert, dass die Staatsmacht letztlich für Ordnungen und eine faire Verteilung sorgen müsse, so Barner, der auch Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist und im vergangenen Jahr Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Stuttgart war.

Viel Prominenz bei Ebernburger Tischgesprächen

Bei dem diesjährigen Ebernburger Tischgespräch war der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung Gastgeber. Er begrüßte neben Barner den Rheinland-Pfälzischen Landtagspräsidenten Hendrik Hering sowie den Reformationsbeauftragten des Landes und früheren Justizminister Gerhard Robbers und den Kirchenpräsidenten der Pfalz, Christian Schad sowie den Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski. Musikalisch begleitete das „Duo Camillo“ mit Fabian Vogt und Martin Schultheiß den Abend.   

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