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Ein Burgherr auf Honorarbasis

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG - Der Vorstand des Ebernburg-Vereins beauftragte jetzt Wolfram Buchholz mit der Geschäftsführung der Evangelischen Familienferien- und Bildungsstätte auf der Ebernburg. Er ist Nachfolger des langjährigen Geschäftsführers Ralf Rauschenplat.

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG - Der Vorstand des Ebernburg-Vereins beauftragte jetzt Wolfram Buchholz mit der Geschäftsführung der Evangelischen Familienferien- und Bildungsstätte auf der Ebernburg. Er ist Nachfolger des langjährigen Geschäftsführers Ralf Rauschenplat. „Man hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, nach Eintritt in die Rente noch zu arbeiten“, erzählt der 65-Jährige, der kurz vor seinem 66. Wiegenfest steht. Buchholz ist jedoch nicht angestellt, sondern arbeitet auf Honorarbasis. Der Vertrag ist zunächst auf ein Jahr abgeschlossen mit der Option auf Verlängerung.

Aus der Industriewelt zu Kirche und DiakonieVon Hause aus ist Wolfram Buchholz Kaufmann und war bis 2004 in der internationalen Industriewelt unterwegs. Kern seines Arbeitsgebietes war die technische Gebäudeausstattung. 2004 wurde der gebürtige Schleswig-Holsteiner zum ersten Mal für eine kirchliche Einrichtung tätig: Damals berief ihn die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) als Verwaltungsdirektor für ihre Einrichtungen ins Heilige Land mit Dienstsitz in Jerusalem. „Seitdem bin ich weg von der Industrie und spezialisiert auf Kirche und Diakonie.“ Mittlerweile hat Buchholz das Image, mit seinem Wirtschaftsverständnis optimierungsbedürftigen Unternehmen wie der Berliner Stadtmission und ihren Hotels wieder auf die Beine zu helfen. Auch der Familienferien- und Bildungsstätte mit ihren Räumlichkeiten in der „Herberge der Gerechtigkeit“ auf einem Bergsporn über der Nahe hat schon bessere Zeiten gesehen. Der 126-Betten-Betrieb hat über das Jahr gesehen nur eine Auslastung von 31 Prozent. Der Grund für den Rückgang: Alle Gästebetriebe in kirchlicher Hand füllten bis vor einiger Zeit ihre Häuser mit „eigenen Gästen“. Aber die Kirche als Eigentümer hat nur noch „kurzes Geld“, und vor diesem Hintergrund die „schwarze Null“ zu erzielen, sei nicht einfach, unterstreicht Buchholz. Denn der Pfarrkonvent wird aus Kostengründen lieber vor der eigenen Haustüre abgehalten, und Kirchenchöre verzichten auf Freizeiten, Jugendgruppen oder Seniorenkreise auf Tagungen mit Übernachtung. „Der Rückgang des klassischen Klientels ist stark. Daher müssen wir uns am Markt bekannt machen. Hinzu kommt, dass sich kirchliche Betriebe auf hohem Lohn-Niveau bewegen und auf dem gastronomischen Bereich weniger wettbewerbsfähig agieren können.

Einen Partner für das Marketing finden

Durch die Änderung in der Gästestruktur ist aktives Marketing erforderlich. „Wir müssen uns bekannt machen. Dafür müssen wir Partner finden“, beschreibt Buchholz eine seiner Aufgaben. Er denkt an einen Hotelverband, der dann auch Aktionen übernimmt, die der Ebernburg-Verein nicht schultern kann. Dazu gehört der Besuch von Messen oder die Schulung von Nachwuchskräften. Zurzeit erarbeitet Buchholz ein Konzept einschließlich Intensivierung des Marketings, das er den Landeskirchen der Pfalz, im Rheinland und in Hessen und Nassau, die im Ebernburg-Verein vertreten sind, vorlegen wird.

Zu den Schwerpunkten von Buchholz zählen außerdem, die anstehenden sechs Baumaßnahmen zu begleiten. Darunter fallen die öffentlich geförderten Sanierungen der Außenmauern oder der Torturmbrücke.

An den berühmten Sessel mit Lehne denkt Wolfram Buchholz also noch lange nicht. Auch wenn dadurch seine Hobbys zu kurz kommen. Das sind Kulturreisen und Literatur.

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